Die Umsetzung

Wieder zurück in Österreich habe ich viele Mails geschrieben, Telefonate geführt und Besuche gemacht, bis es endlich so weit war und per Luftpost die Wundermaschine ankam. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Einzelne, für mich unzusammenhängende Metallteile fielen mir entgegen – und besonders bitter – von einem Motor war weit und breit nichts zu sehen.  Einzige Bemerkung des Lieferanten: „In Europa gibt es sicherlich einen guten Motor für die Maschine.“ Fantastisch!

Was nun? Aber wenn man an etwas glaubt, finden sich auch Lösungen, sei das Problem auch noch so groß. Ich wohne in einem kleinen netten Dorf, mit keinem einzigen Geschäft, dafür aber einer Landmaschinenreparaturwerkstatt. Also ging ich dort hin und fragte, ob ich hier einen Motor kaufen könnte. Der Junior-Chef sah mich kurz an lächelte ein wenig nachsichtig und fragte mich welchen Motor ich denn bräuchte. Das wollte ich eigentlich von ihm wissen und so erzählte ich von meiner Maschine. Er sah sich die Maschinenteile an und beschloss die Trümmer mitzunehmen und auf seiner Werkbank zusammen zu bauen. Vielleicht könnte man dann sehen, welchen Motor ich benötige. Sein Vater, ein erfahrener Schmiedemeister nahm sich der Angelegenheit an. So begannen die ersten Experimente in einer Landmaschinenwerkstatt, die bis dato nur landwirtschaftliche Nutzmaschinen repariert. Bald erstrahlte der erste Prototyp vor uns. In einem Naturkostgeschäft kaufte ich die ersten Kilo Mais. Der Gedanke, ausschließlich österreichischen BIO-Mais zu verwenden war von Anfang unumstößlich. Doch echter BIO-Mais ist Mangelware. Schließlich machte ich einen BIO Bauern aus dem Weinviertel ausfindig, der bereit war mich zu beliefern.

Jetzt konnte es endlich losgehen. Die ersten Versuche waren sehr lustig. Schwarze Spaghetti quollen aus dem Schlund, aber nach einiger Zeit war die Maschine gereinigt und zum ersten Mal drang das vertraute brutzeln an mein Ohr. Die ersten Ergebnisse schossen im wahrsten Sinn des Wortes aus der Maschine und überfluteten die Werkstatt mit dottergelben Maiswürmern. Keiner von uns hatte daran gedacht, am Schlund ein Messer anzubringen. So kamen in großer Geschwindigkeit meterlange Maisschlangen aus der Maschine.Lachend versuchten wir diese einzufangen – vergeblich. Bald war die halbe Werkstatt mit Maisstangen durchwoben. Die Bauern, welche jetzt in die Werkstatt kamen um nach ihren Maschinen zu sehen, wunderten sich sehr, nutzten jedoch die Chance auf eine Kostprobe. Noch viele Verbesserungen und Tüftelei waren notwendig, bis die Mais-Stangerl schließlich die heutige Form angenommen hatten und nicht mehr wild durch die Gegend sausten.

Das Produkt Moniletti wird geboren...